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Reisebericht

Guten Morgen, bona diminanca,

 

aus Klausenburg, Cluj-Napoca im Herzen Transylvaniens der Heimat Draculas.

Aber zunächst fangen wir mal vorne an. Nachdem das bewährte Old Boys Racing Team in Oberstaufen Quartier genommen hat ging`s zunächst zur Anmeldung zur Registration. Doch siehe da, für die netten Damen an der Anmeldung gab´s uns zunächst gar nicht. Mit der Beharrlichkeit eines Dentisten  erreicht Bernd dann doch unsere Registration und die notwendigen Unterlagen für die Rallye. Ach so, Das Team sind Michael Alt für die Verpflegung, Norbert Veit unser Teamchef, Bernd Schiller unser Medicus, Helge Petersen unser reinigendes Gewissen, Manfred Haussmann unsern Dauerfahrer und Leonhard Vilser unser Navigator. Ja so sind wir nun denn losgezogen am Freitagabend zum Füssleswaschen der Enkelin Von Michael. Er wurde nämlich am Freitag zum ersten Mal Opa.

Samstag 27.4. 13

Bei angenehmen Wetter und einer kurzen Nacht war es dann endlich so weit. Es ging los. Am Start beim Kurhaus von Oberstaufen waren auch noch dabei die Gebrüder Prause aus Arnsberg sozusagen das historische Team aus der 2010etr Rallye.

Ja und schon mussten wir die erste Prüfung bestehen unser Roadbook abholen bei MaHa in Haldenwang bei Kempten. Dort durften dann unsere Kleinsten mit dem Bobbycar ein erstes Rennen fahren . Manfred hatte einen unbändigen Siegeswillen doch leider braucht er seine Leistung nicht auf die Straße. So wurde er nach einem kleinen Absteiger nur zweiter Sieger in diesem hochkarätigen Fahrerfeld. Trotzdem bot unser Team eine ansprechende Gesamtleistung.

Danach machten wir uns auf die Reise. Über Landsberg am Lech, Dachau durch das Vilstal, das Rottal und das Donautal erreichten wir mit flotter Fahrt am Abend  Wien. In einer schnuckeligen Wohnung in Wiener Neudorf ruhten wir uns aus von den Strapazen des langen Rallytages.

Sonntag 28.4.13

Eine lange Etappe liegt vor uns. Heut wollen wir bis Klausenburg kommen. Über Györ, Budapest durch die Puszta erreichten wir am späten Nachmittag Oradea an der Grenze Ungarn/Rumänien.

Dann, als wir schon dachten das Meiste geschafft zu haben kam´s doch noch ganz dick.  Über zwei Pässe und hinter einigen Lastwagen, Pferdefuhrwerken und sonstigen Verkehrshindernissen quälten wir uns Klausenburg entgegen. Letztendlich erreichten wir dann doch noch vor Einbruch der Dunkelheit unser Ziel.

Klausenburg ist eine schöne von grünen Hügeln umrahmte Stadt. Die zweitgrößte Stadt Rumäniens beherbergt über 100 000 Studenten. Bei angenehmen 22 Grad schlendern wir über die Straßen und Plätze der lebendigen Stadt. Überall sitzen die Leute bei lauer Luft in den Cafe`s und Straßenkneipen . Ein Hauch der Habsburgermonarchie weht noch durch die Straßen. Mit freundlichen Menschen kommen wir leicht in´s Gespräch.  Aber leider müssen wir bald in`s Bett um den kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein.

Montag 29.4.13

Der Morgen beginnt mit Sonnenschein und angenehm frischen Temperaturen. Nach einem etwas missglückten Start, Norbert und Michael versuchten eigene Wege zu fahren, ging es ab Richtung in Bukarest.  Nach einer landschaftlich sehr schönen Fahrt gab´s dann eine erste Cappucinopause in Tirgu Mures, auf Deutsch, Neumarkt an der Mures, in Transsylvanien. Nach Tirgu Mures wurde die Landschaft sehr hügelig, weitläufig mit netten kleinen Dörfern und Städten eingestreut. Shigioara oder Schäßburg ist ein städtisches Kleinod in Siebenbürgen, hier machen wir dann die nächste kleine Pause. Vorbei an Reps mit einer beeindruckenden Burg auf steilem Felsen fahren wir Richtung Brasov oder das alte Kronstadt mit wunderschöner Altstadt. Nun erklimmen wir denn Pass über die Karpaten. Bei 1030 Meter über dem Meer erreichen wir die Passhöhe. Hier gibt es alles was des Touristen Herz erfreut. Die Gegend ist Sommerfrische für die hitzegeplagten Menschen aus Bukarest.

Nach weiteren 140 Kilometern erreichen wir Bukarest zum abendlichen Berufsverkehrschaos. Für die letzten 5 km zu unserm Quartier brauchen wir dann auch eine gute Stunde. Sehr Zentral gegenüber der Universität nehmen wir Quartier.  Nach einem ersten Erkundungsspaziergang genießen wir im freien ein gutes Abendessen. Bukarest ist eine sehr lebendige, vitale Stadt. Die Cafes`s sind bis spät abends voller Gäste, Musik ist überall, freundliche, fröhliche Menschen begegnen uns allenthalben. Kein Wunder, dass es an diesem Abend etwas später wird ins Hotel zu gehen. Wir alle sind beeindruckt von der quirligen Atmosphäre in dieser schönen Stadt.

Dienstag 30.4.13

Strahlend blauer Himmel über Bukarest. Frühmorgens frühstücken wir auf der Dachterrasse mit Blick auf die Bukarester Universität, den Platz der Universität, das Zentrum Bukarest´s, und auf das bunte Treiben der erwachenden Stadt.

Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zum größten Gebäude Europas dem Parlament Rumäniens. Mit der Metro fahren wir zum Platz Unirii und schlendern über den Boulevard Unirii entlang zum Platz der Verfassung. Hier steht auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel das riesige Gebäude. Erbaut während der kommunistischen Herrschaft mit anschließender kilometerlanger Prachtallee sollte es die Machtfülle des Diktators repräsentieren Dazu wurde ein beträchtlicher Teil des alten Bukarest dem Erdboden gleichgemacht. Auf dem Rückweg zum Hotel  betrachten wir den vergangenen Glanz vergangener Zeiten. Bukarest galt lange Zeit als Paris des Ostens.

Gegen Mittag starten wir die nächste Etappe. Durch den Großstadtverkehr mit südländischen. Gewohnheiten fahren wir in Richtung Süden an die bulgarische Grenze. Giurgiu auf rumänischer und Ruse auf bulgarischer Seite verbindet eine zwischen 1952 und 1954 gebaute Brücke. Klassizistische Brückenpfeiler beiden auf beiden Seiten den Abschluss. Es ist der einzige Brückenübergang über die Donau für einige hunderte Kilometer. Sonst gibt es nur Fähren über den hier sehr breiten Strom den längsten in Europa mit den weltweit meisten Anrainerstaaten. Ein sehr beindruckender Fluss der seit der Antike die unterschiedlichsten Kulturen verbindet.  

Weiter geht es in Richtung Varna. Nach zwei Stunden anstrengender Fahrt biegen wir ab nach Burgas über ein kleines Gebirge. Zu unserer Überraschung ist die Straße neu ausgebaut. Wir kommen schnell voran bis uns eine Reifenpanne kurzfristig stoppt. Im nächsten Dorf finden wir eine Werkstatt mit sehr freundlichen und hilfreichen  Menschen. Auftragsannahme, Reparatur und gemeinsames Foto nach getaner Arbeit  dauern 20 Minuten. Kosten keine bis auf ein kleines Geschenk und ein kleines Trinkgeld für den Hauptakteur. Vater und Sohn machen die Arbeit, sind Gesellschafter, Manager und Mechaniker in einem.

Noch rechtzeitigt vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Etappenziel Burgas.

 

 

Mittwoch 1.5.13

 

Während es in Mitteleuropa kalt und regnerisch ist erwachen wir bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über der 20 Gradmarke. Wir fühlen mit den Daheimgebliebenen. Nach einem erfrischenden Bad im Pool machen wir uns auf den Weg in die Türkei. Eine neu gebaute Straße führt uns entlang des schwarzen Meeres und einem Nationalpark an die Grenze. Dort erwarten uns freundliche Zollbeamte. Nach einem herzlichen Willkommensgruß erledigen wir unsere Formalitäten, bedanken uns mit Schokolade für Alle und fahren Istanbul entgegen. Nach einem Zwischenstopp in einem typischen Cafe auf dem Lande sehen wir der Großstadt entgegen.

Zunächst verläuft die Fahrt reibungslos bis uns ein Stau für eine Stunde lahmlegt. Ursache sind Linksabbieger an einer Ampel, die die Kreuzung blockieren. Die anwesende Polizei schaut dem Treiben mit einfach zu. Nun ja die restliche Fahrt in´s Zentrum verläuft problemlos. Wir erreichen unsere Bleibe  direkt neben der Blauen Moschee am frühen Abend.

Donnerstag 2.5.13

An einem wunderschönen Morgen frühstücken wir auf der Hotelterrasse mit Blick über den Bosporus .Wir beobachten den regen Schiffsverkehr zwischen Europa und Asien. Am Morgen besuchen wir das höchste Gebäude Istanbul genannt Sapphir. Von der Aussichtsplattform auf 230 Meter Höhe haben wir einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt, den Bosporus, das Marmarameer und bis zum schwarzen Meer. Bei einer 3D- Multimediashow erleben wir einen virtuellen Helikopterflug über ganz Istanbul, durch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls und kehren dann zum „Sapphir“ zurück. Leicht benommen erklimmen wir dann noch die letzten Stufen zur offenen Aussichtsplattform wo uns der Wind ordentlich um die Nase pfeift.

Bevor wir eine Bootsfahrt auf dem Bosporus starten besuchen wir noch ein Fischerdorf und genießen die Atmosphäre von Meer und Fischerhafen. Bei einer längeren Bootsfahrt erkunden wir nahezu die gesamte Länge des Bosporus von schwarzem Meer bis goldenem Horn. Mit einem Exzellenten Abendessen am Bosporus geht dieser Tag zu Ende.

 

 

Freitag 3.5.13

 

Am Morgen gibt´s die Nachricht, dass unser Ford bis Samstag in der Werkstatt bleiben muss. Die Ölleckage kommt von einem undichten Simmering zwischen Motor und Getriebe. Zum Austausch des  defekten Teils muss das Getriebe ausgebaut werden.  Das dauert den ganzen Freitag. So dürfen wir in dieser herrlichen Stadt einen weiteren Tag verbringen. Wir nutzen die Zeit  um einige Dinge zu erledigen, besuchen Gewürzbasar und den großen Bazar und lassen uns durch die Stadt treiben. Ein gutes Gefühl für das ganze Team und die Ruhe um für die kommenden Etappen Kraft zu tanken.

Samstag 4.5.13

 

Eigentlich wollen wir früh losfahren. Aber der Ford lässt auf sich warten. Trotz Samstag steckt der Fahrer im morgendlichen Verkehr fest. Endlich weit nach 10 Uhr können wir mit unserer langen Tour nach Kayseri starten. 10 Stunden Fahrt liegen vor uns. Hoffentlich kommen wir gut aus Istanbul raus. Wir haben Glück bis zur nahen Fähre ist alles frei. Wir kommen auch sofort auf die Fähre nach Üsküdar auf dem asiatischen Teil. Die Fahrt verläuft  problemlos. Keine Staus, hervorragend ausgebaute Straßen bis Kayseri lassen uns rasch vorankommen. Auf den ersten 100 km ab Istanbul begleitet uns dichter Smog. Hier ist die türkische Schwerindustrie angesiedelt. Offensichtlich entsprechen die Umweltstandards noch nicht unseren Gepflogenheiten. Das ganze Land befindet sich in einer rasanten Entwicklung was Wirtschaft und Infrastruktur betrifft. Die Belange der Umwelt werden  erkannt , wie aus zahlreichen Gesprächen zu entnehmen ist. Auch hier wird sich in nächster Zeit viel tun.

Nach etwa 200 km steigt die Straße konstant an, fast unmerklich, bis wir eine Passhöhe von fast 1600 Metern erreicht haben. Die anatolische Hochebene ist erreicht. Wir bewegen uns von nun an immer zwischen 800 und 1200 Metern über Normal Null. Ein hellblauer Himmel mit eingestreuten weißen Wolken ist unser ständiger Begleiter bis Kayseri.

 

 

 

Sonntag 5.5.13

Kappadokien, das Land der schönen Pferde, so ist die Übersetzung aus dem Persischen. Geformt von hohen Vulkanen vor Millionen von Jahren erhebt es sich zu Fuße des Vulkans Ericyes (3912m). In den Hügeln um Ürgüp, Göreme Avanos gibt es unzählige Höhlenwohnungen, Ganze unterirdische Städte, unterirdische Kirchen ohne Zahl. Erbaut wurden diese Städte vor  1700 Jahren von christlichen Gemeinden. Diese suchten Schutz vor Ihren Verfolgern unter der Erde in unterirdischen Städten mit bis zu 14 Stockwerken . Hab und Gut wurde in diesen dunklen Gemächern versteckt. Große antike Rolltore verschließen die Zugänge. Ein Wunderwerk menschlicher Aktivitäten und menschlichen Schöpfergeistes tut sich für uns auf. Wir verbringen einen Tag dies alles zu sehen. Wochen sind notwendig um das ganze Ausmaß dieser einmaligen Gegend zu erkunden. Unsere Reise geht aber weiter, so haben wir dennoch einen ersten Eindruck dieser anderen, vergangenen Welt bekommen.

Samstag 4.5.13

 

Eigentlich wollen wir früh losfahren. Aber der Ford lässt auf sich warten. Trotz Samstag steckt der Fahrer im morgendlichen Verkehr fest. Endlich weit nach 10 Uhr können wir mit unserer langen Tour nach Kayseri starten. 10 Stunden Fahrt liegen vor uns. Hoffentlich kommen wir gut aus Istanbul raus. Wir haben Glück bis zur nahen Fähre ist alles frei. Wir kommen auch sofort auf die Fähre nach Üsküdar auf dem asiatischen Teil. Die Fahrt verläuft  problemlos. Keine Staus, hervorragend ausgebaute Straßen bis Kayseri lassen uns rasch vorankommen. Auf den ersten 100 km ab Istanbul begleitet uns dichter Smog. Hier ist die türkische Schwerindustrie angesiedelt. Offensichtlich entsprechen die Umweltstandards noch nicht unseren Gepflogenheiten. Das ganze Land befindet sich in einer rasanten Entwicklung was Wirtschaft und Infrastruktur betrifft. Die Belange der Umwelt werden  erkannt , wie aus zahlreichen Gesprächen zu entnehmen ist. Auch hier wird sich in nächster Zeit viel tun.

Nach etwa 200 km steigt die Straße konstant an, fast unmerklich, bis wir eine Passhöhe von fast 1600 Metern erreicht haben. Die anatolische Hochebene ist erreicht. Wir bewegen uns von nun an immer zwischen 800 und 1200 Metern über Normal Null. Ein hellblauer Himmel mit eingestreuten weißen Wolken ist unser ständiger Begleiter bis Kayseri.

 

 

Montag 6.5.13

Kayseri, fast Hauptstadt geworden und nur knapp Ankara unterlegen.  Mit über 1 Million Einwohner ein e Wirtschaftsmetropole in der Mitte Anatoliens. Von hier bis zur Ostgrenze sind es immer noch über 1000 Kilometer. Wir verlassen die schöne Stadt in nordöstlicher Richtung nach Sivas einer Stadt mit regionaler Bedeutung. Im Umkreis von vielen Kilometern gibt es nur Landschaft, Landwirtschaft und unendlich viel Raum. Die Weite fasziniert uns. Vierspurige Straßen führen nach Zentral- und Ostanatolien. Unser Ziel ist Amasya eine Stadt im engen Tal des  Cekerek Irmagi. Über Tokat, Turnhal und Zile geht unsere Fahrt. Zile wurde bekannt durch Julius Caesar. In einer kurzen Schlacht besiegte er das Heer des pontischen Königs. Seine kurze Mitteilung nach Rom ist weltbekannt, sie lautet“ ich kam, sah und siegte“. Das bedeutete das Ende des pontischen Königsreichs mit der Haupstadt Amasya.

Amasya liegt wunderbar am Fluss am Fuße des Burgberges. In den Felsen über der Stadt sind die Grabstätten der pontischen Könige. Wie große Tore wirken die in Fels gehauenen Ruhestätten. Auf steilen Weg besuchen wir diese Denkmale. Amasya ist heute eine beliebte Sommerfrische der hitzegeplagten Städter Anatoliens. $0 Grad Celsius und mehr sind in den Sommermonaten auf der anatolischen Hochebene keine Seltenheit. Zum Ausgleich sind die Winter mit – 20 Grad und viel Schnee in Zentral- und Ostanatolien sehr streng. Mit bis zu 27 Grad haben wir die angenehmste Jahreszeit auf unserer Reise erwischt.

Auf einer Terrasse über dem Fluss genießen wir einen lauen Frühlingsabend. Die Rufe der Muezzins erfüllen das ganze Tal. Nirgendwo war bisher der Ruf von den Minaretten so intensiv. Wahrscheinlich sind die Menschen hier in Amasya deshalb  Allah besonders  zugewandt. Im Bewusstsein dieses besonderen Schutzes haben wir einen besonders guten Schlaf in dieser Nacht.

 

Dienstag 7.5.13

Safranbolu ist unser heutiges Ziel. Wie der Name schon sagt ist die Stadt bekannt für ihre Safranproduktion. Daher stammt auch der Reichtum der Stadt. Die Reiseführer preisen diese Stadt als eine der schönsten in der Schwarzmeerregion an. Wir starten früh am Morgen. Die Fahrt führt durch schöne Täler mit viel Gemüseanbau, Reisfelder und grüner Vegetation. Ab Tosya führt die Straße über einen 1600 Meter hohen Pass. Frohgemut, versorgt mit frischem Gemüse für die mittägliche Rast , starten wir in Tosya zum Pass. Am Anstieg zum Pass fängt der Ford an zu rauchen. Zunächst noch nichts außergewöhnliches den das tat er bei früheren Anstrengungen auch. Aber dann, der Chrysler und Toyota hatten die Passhöhe erreicht, werden wir von nachkommenden Fahrzeugen informiert dass der Ford qualmend am Straßenrand steht. 3 Kilometer vor der Passhöhe kam das Ende für den Ford. Getriebeschaden lautet die Diagnose. So stehen wir nun an der Passtrasse und beraten was zu tun ist . Hilfreiche Türken rufen den Abschleppdienst, Michael und Norbert nehmen Kontakt zum ADAC auf. Sehr schnell kommt der Abschleppwagen, sehr schnell ist auch klar was zu tun ist. Der Ford wird zunächst nach Tosya gebracht. Eine Reparatur ist zwar möglich aber zu langwierig und zu teuer. So entscheiden wir das Auto zu verschrotten und mit 2 Autos weiter zu fahren. Dazu muss der Ford nach Ankara zum dortigen Zoll gebracht werden . Nur dort können die erforderlichen Zollformalitäten erledigt werden.

Also müssen wir den Ford ausräumen, die notwendigen Dinge auf die anderen Fahrzeuge verteilen und Platz im Toyota für Michael und Norbert schaffen. Gesagt getan, noch am Abend fahren wir statt nach Safranbolu nach Ankara. Am Abend treffen wir dort ein, beziehen unser Hotel und treffen sehr nette Freunde von Bernd.  Der Ford kommt separat am nächsten Tag mit einem Abschleppfahrzeug. Das Warten beginnt. Das Team ist guten Mutes.  

Mittwoch 8.5.13

Ankara, warten auf den Ford aus Tosya. Um 8 Uhr sollte das Auto in Ankara beim Zoll sein. Aber weit und breit keine Spur vom Ford. Nochmaliges telefonieren , wo ist jetzt das Fahrzeug, wann ist er in Tosya abgeholt worden wenn überhaupt und so weiter. Bis endlich die erlösende Nachricht kam, das Auto ist unterwegs und wird gegen Mittag in Ankara eintreffen.

Mittlerweilen gehen Norbert und Michael mit tatkräftiger Unterstützung eines Freundes von Bernd zum Zollbüro. Dort helfen freundliche Beamte so gut und so schnell sie können die Formalitäten zu erledigen. Eine Rallye durch das Bürogebäude startet. Formulare; Stempel, Unterschriften, zwischendurch eine kleine Teepause. Norbert und Michael sind im Dauerstress- Michel wird derweilen umgetauft  zu Muzael Ali. Einen türkischen Pass bekommt er aber noch nicht.

Endlich trifft das Fahrzeug ein. Von einem sehr gewissenhaften Beamten wird jedes noch so kleine Detail protokolliert. Von den Kopfstützen bis zu den Außenspiegeln, Radio, Farbe der Blinker, o Schreck die Motornummer ist versteckt am Motor angebracht. Der Motorraum wird freigeräumt, die Fahrgestellnummer kritisch beäugt bis endlich die letzten Stempel und Unterschriften  erledigt sind. Fünf Minuten vor Dienstschluss wird das Fahrzeug aus Muzael´s Pass ausgestempelt. Der Weg nach Bursa ist frei.

Gegen fünf Uhr nachmittags machen wir uns auf den Weg. In Rekordzeit  fahren wir bis Bursa, der Millionenstad am Fuße des Uludag (2542 m) . Wir entschädigen uns an diesem Abend mit einem 5-Sterne-Hotel.

 

Donnerstag 9.5.13

 

Bursa, die erste Hauptstadt des osmanischen Reiches. Ausgangs- und Endpunkt der Seidenstraße, voller Historie. Wir schlendern durch den Basar, kaufen das Eine und das Andere. Trinken im alten Seidenmarkt unseren Kaffee. Alles ist viel ruhiger als in Istanbul, die Händler nicht aufdringlich. Ein sehenswerter Obst und Gemüsemarkt lädt zum sehen, staunen und kaufen ein. Der Gewürzhändler gibt Rezepttips für Köfte, Kebab und mischt die entsprechenden Gewürze.  Zu Mittags essen wir das berühmte Iskender Kebab aus Bursa. Gegen 1 Uhr müssen wir leider weiter.

Troja ist unser Ziel. Mit flotter Fahrt entlang des Marmarameeres und der Dardanellen erreichen wir Troja am späten Nachmittag. Achilles, Hektor und die schöne Helena waren lange vor uns da. Es ist ein erhebendes Gefühl auf diesem weltberühmten historischen Grund zu weilen. Die Ausgrabungen sind sehr interessant.  Und es gibt noch viel zu entdecken.

Am Abend setzen wir mit der Fähre über nach Europa. Die Dardanellen wurden durch viele kriegerische Auseinandersetzungen zuletzt im 1. Weltkrieg bekannt.

Diese Nacht verbringen wir in Gallipoli.

Freitag 10.5.13

Heute verlassen wir die Türkei. Aufbruch am frühen Morgen in Gallipoli der Hafenstadt an den Dardanellen. Wieder begleitet uns sehr schönes Wetter wie bisher auf der ganzen Tour. Michael ist noch etwas krumm mit seinem Rücken. Seine Dachkammer war sehr niedrig, eher geschaffen für kleinwüchsige Pygmäen und nicht für großgewachsene Nordlichter.  Aber beim ersten Kaffeestop wurde er wieder zum aufrechten Menschen. Männer können auch Multitaskarbeiten erledigen. Das konnten wir bei unserer Pause mit großem Erstaunen verfolgen. Der einzige Mann an der Tankstelle bedient einen Kaufladen, macht Kaffee und Tee, wäscht unsere Autos per Hand, tankt die Fahrzeuge, bereitet einen Imbiss und kassiert, räumt auf und macht den Abwasch. Nur die Reinigung der Sanitäranlagen schafft er offensichtlich nicht mehr. Wie ein Hase springt er durch den Hof, über die Terrasse zum Waschplatz und zurück zum Restaurant, einfach unglaublich was ein Mann leisten kann.

Über Edirne, ehemalige Hauptstadt des osmanischen Reiches, fahren wir zur bulgarischen Grenze. Michael, oder seit Ankara Muchael Ali genannt, hat ein mulmiges Bauchgefühl. Lassen mich die Türken ausreisen? Ist alles gut gegangen mit dem verschrotteten Ford? Werde ich Susanne und meine Familie wiedersehen? Das alles sind Fragen die ihn bis zur Grenze begleiten. Die Kommentare seiner Mitreisenden wirken auch nicht beruhigend. Aber oft kommt es anders als man denkt. Bei der Passkontrolle winkt uns ein sehr gut gelaunter Beamter einfach durch nach kurzem Blick auf unsere Pässe. Schon anders ist die Situation mit einem eher sehr gewissenhaften Zöllner. Zuerst prüft er die Pässe von Manfred, Norbert und Leo. Dann schließt er bei Prüfung von Michaels Pass das Fenster setzt eine finstere Miene auf und greift zum Telefon. Michael wird trotz guter Bräune ganz blass. Einige Minuten später, für Michael eine ganze Ewigkeit, öffnet er wieder das Fenster, überreicht alle vier Pässe und winkt und mürrisch durch. So als wollte er sagen, mit euch hat man nur unnötige Arbeit. Noch haben wir eine weitere Kontrolle, sozusagen die Endprüfung zu passieren. Kein Problem, noch mal alles gut gegangen. Erst jetzt löst sich die Blässe aus Michaels Gesicht.

Weiter geht es durch Bulgarien über Plovdiv und Sofia an die serbische Grenze. Die Umfahrung Sofias ähnelt eher einem Krautacker denn einer Straße. Doch trotz aller Schlaglöcher erreichen wir zügig die Grenze. Alles verläuft schnell und reibungslos, entgegen manchen Ängsten einiger Teammitglieder. Von Serbien haben viele Deutsche ein vollkommen falsches Bild. Geprägt durch eine mediale Berichterstattung die der Wirklichkeit vollkommen konträr ist. Schade, denn wir erleben freudige, hilfsbereite  Menschen, die fröhlich zu feiern wissen.  So verbringen wir den Abend in Nisch in einem typisch serbischen Restaurant mit serbischer  Livemusik.

Samstag 11.5.13

Heute wollten wir eigentlich um 9.00 Uhr aufbrechen nach Bosnien-Herzegowina. Ein Mitarbeiter von Helge sollte zustiegen. Doch wie meist warten wir auf Muschael Ali. Er kämpft wie des Öfteren mit PC und Hochladen ins Internet. Die Boys warten schon seit 15 Minuten und werden ungeduldig. Weit ist der Weg! Total zerzaust kommt Muschael und meint es hätte nicht geklappt. Leo kann’s nicht verkneifen und meint cool – Internet -! Wir fahren weiter nach BIH. Wie immer rechnen wir mit dem schlimmsten an der Grenze. Müssen wir wohl auspacken? Dann sind zwei Stunden hin! Doch wir haben Glück! Es werden nur die Pässe eingescannt  und wir kommen mit einer halben Stunde hin. Weiter geht’s nach Sanski Most! Dort angekommen suchen wir nach Bazin Olympia. Doch wie üblich gibt es keine Straßenschilder. Also beschließen wir das Handy zu benutzen. Nach fünf Minuten werden wir abgeholt und zum Treffpunkt gebracht. Ins Städtische Freibad – allerdings noch ohne Wasser! Hier werden wir von der gesamten Familie und einer langen Tafel erwartet. Die Freude ist groß! Unsere Gastgeber verwöhnen uns sofort mit Speis  und Trank. Das Lamm hängt auch schon zur Freude von Norbert am Spieß. Doch es gibt auch Anderes. So feiern wir bis tief in die Nacht! Die restlichen Stunden Schlaf verbringen wir im Haus der Gastgeber.

 

 

 

Sonntag 12.5.13

Wie immer wird’s am nächsten Morgen eng. Helge hat das Morgenbad, diesmal allerdings kalt, noch nicht beendet. Die anderen haben bereits den üppige Frühstückstisch verlassen Die Totalräumungsaktion der Cars  hat begonnen. Es wird nochmals abgespeckt. Auch an diesem Tag ist der Starttermin 9.00 Uhr nur Wunsch! Leo wird ungeduldig. Doch diesmal fehlt der Gastgeber. 9.30 Uhr kommen wir dann los. Erneut beschäftigt uns das Thema Grenze nach Kroatien. Uns fallen die vielen Polizisten am Wegesrand auf. Dann der Stau an der Grenze – dreireihig- . Das Gedränge zum Grenzposten nimmt seinen Lauf. Wir halten mit unserem Dicken und blockieren  so dass  Team zwei sich anhängen kann. Wieder das Einscannen der Pässe. Nach einer Stunde sind wir ohne Probleme durch! Nun beginnt die letzte Tagesetappe. Wir düsen gen Villach. Leo hat uns angeboten mit dem Zug von Villach nach Wien zu fahren damit wir nicht noch den Umweg Wien nehmen müssen. Wir fahren von der Autobahn in Villach ab. Team zwei startet nach Neu Ulm durch. Nun trennen sich  unsere  Wege. Es wird noch ein gemeinsamer Melange genommen dann treten die restlichen drei Musketiere von Team eins und drei Norbert, Muschael Ali und Manfred den Heimweg an. Leo schaut etwas traurig drein, zu gerne wäre er weiter mitgefahren!  Es gießt in Strömen. Kurz nach Salzburg stehen wir im Stau und beschließen noch ein Salatbuffet auf der nahegelegenen Raststätte zu stürmen. Der Stau löst sich auf und um 23.00 Uhr haben wir die 998 km geschafft. Wir stehen wir vor Muchaels Kia in Uhingen. Es wird schnell umgeladen und auch hier trennen sich die Wege. Das ist das Ende ein schönen Reise. Trotz Ungemach war es eine Reise mit bleibenden positiven Eindrücken.  Es kommt die Zeit wo sich die drei Teams wieder auf den Weg machen …..    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  

 

 

 

 

 

 

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